Als die Amsel verstummte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Er ist so laut, des Schweigens Klang,

 

tönt tückisch grellverschlagen,

 

ich weiß noch, wie die Amsel sang,

 

ihr Klagelied vor Monden.

 

 

 

 

Ach, die Amsel ich beweine,

 

seit plötzlich sie verstummte,

 

zartkehlig Amsel, du schönfeine,

 

dein Schweigen ruft mir zu.

 

 

 

 

 

Eines Nachts im Mondenschein

 

sie singt auf meiner Linde:

 

«Wein nicht, ich stimm' ergeben ein

 

hinab in euer Schweigen.»

 

 

 

Er ist so laut, Schweigens Klang,

 

tönt feigelaunisch grollend.

 

Lieb Amsel mein, dem Sein entlang

 

wird mich dein Stummen trauern.

 

 

Foto:

Romina Gulyas

Mit freundlicher Genehmigung!

 

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