Krieg hat noch nie Frieden gebracht

In einer ganz schlechten Zeit trifft uns die Angst vor dem Krieg (obwohl es keine "richtige Zeit" dafür gibt). Viele Menschen sind nach zwei Jahren Corona-Pandemie psychisch geschwächt. Besonders hart ist es für unsere jungen Menschen, an die kaum jemand denkt (sind wir es gewöhnt, sie zu vergessen?). Sie haben noch nicht mal richtig angefangen zu leben und werden mit Ängsten konfrontiert, mit denen sie schwer umgehen können.

 

Für die Älteren eine Aufgabe! Reden wir mit unseren Kindern und Enkeln!

 

Ich sage meinem Sohn, dass er leben soll. Jeden Tag sollte er etwas Schönes tun, etwas, das ihm ein Glücksgefühl verschafft. Er sollte sich mit Gleichaltrigen treffen und Freude haben, auf keinen Fall in Angst vergraben oder  mit unheilvollen Katastrophenvorhersagen beschäftigen. Ihn lässt der Krieg nicht kalt, er bangt mit den Opfern.

 

Er hat keine Angst vor der Zukunft. Er hat Angst, er hätte keine.

 

"Angst ist ein schlechter Ratgeber" - so heißt es. Das stimmt nicht ganz. Sie hilft uns, wachsam zu sein und Situationen einzuschätzen. Es ist nicht gut, sie zu verleugnen.

 

Ich bin 1967 in der DDR geboren und jahrelang mit - z. T. künstlich erzeugter - Kriegsangst aufgewachsen. An der Seite - Druschba! - der russischen Freunde gegen die kapitalistischen Kriegstreiber. Und heute? Heute fürchten wir uns vor dem großen russischen Bären.

 

Den belehrenden Zeigefinger hebe ich nicht. Auch ich lebte seit den Neunzigern nicht mehr in dieser alten "Kriegsfurcht" in einem Frieden, der mir normal erschien. Wenn ich jetzt den Feldweg entlanggehe und über mir mehrere Militärhubschrauber kreisen, frage ich mich: Wie geht es den Millionen Menschen in der Ukraine - und wie geht es denen, die den 2. WK miterlebten?

 

Und ich bin ganz still.

 

 

 

 

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