Sie dürfen sich nicht leichtfertig an ein leeres Blatt setzen!

Stephen King

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Autoren und jene, die es werden wollen; liebe Firmen und Unternehmen, Schreiber und Publizierende jeder Art,

 

 es macht mich traurig, zu sehen, wie leichtfertig und nachlässig mit unserer Muttersprache umgegangen wird. Dabei erwartet niemand »Perfektion«. Es geht um fehlende Mühe und Liebe.

 

Das gilt für Internetauftritte, Werbetexte, Online-Zeitungen und Sprüche in Grafiken, in denen der Sinn durch fehlende Interpunktion und/oder schlechte Rechtschreibung/Grammatik entstellt wird.

Immer wieder halte ich - als Vielleserin - Bücher in der Hand, bei denen mich im Klappentext Fehlerbiester angrinsen, die im Buchinhalt zu Monstern mutieren.

Nicht nur das: Oftmals sind Unstimmigkeiten in der Handlung zu erkennen, Charaktere widersprüchlich oder nicht ausreichend herausgearbeitet.

 

Aber auch in Verlagspublizierungen erkenne ich (sogar bei großen Verlagen!) gehäuft Fehler. Offenbar sparen einige Verlage (nicht zwingend unverständlich, aber traurig!) am Lektorat.

 

Im Bereich Selfpublishing kommen manche  auf die Idee, so erstklassig zu sein, keinen Lektor/Korrektor zu brauchen. Das erschließt sich mir nicht.

Mit verheerenden Folgen: Ernstzunehmende Autoren werden durch lieblos zusammengeschriebene und -geschusterte Billigbücher nicht ausreichend wahrgenommen, der Markt wird überschwemmt, und es gibt weitaus mehr Auswirkungen, über die sich wenige im Klaren sind.

 

Bücher und Kinderkriegen sind fast dasselbe.

Bei Letzterem dauert nur der Schmerz länger.

                                                                                           

Sylvia Kling

 

Sie haben sich bei mir in der Adresse geirrt, wenn Sie die Ansicht vertreten, perfekt zu sein, nicht kritikfähig sind (Kritik ist eine freundliche Helferin) und per se glauben, der Lektor will Ihnen »Böses«, schätzt Sie - oder Ihr Werk - nicht ausreichend. Hat er Ihren Auftrag angenommen? Dann gehen Sie davon aus: Er zollt Ihnen Respekt! Wenn jemand weiß, wie viel Mühe, Schweiß und Durchhaltevermögen in einem Manuskript stecken, ist es ein Lektor. Versucht er, Sie »vom hohen Ross zu holen«, steht er bereits unten -, dort möchte er auf Augenhöhe mit Ihnen sein.

 

 

»Wenn du eine Geschichte schreibst, dann erzählst du sie dir selber. Wenn du sie überarbeitest, musst du hauptsächlich alles herausstreichen, was nicht zur Geschichte gehört. (...)

Schreibe bei geschlossener Tür, überarbeite bei offener Tür.«

John Gould - in:

Das Leben und das Schreiben

Stephen King